In jedem guten Haushalt gibt es eine Werkzeugkiste

Das THW besitzt eine auf Rädern: den Gerätekraftwagen (GKW

Gerätekraftwagen 1 (GKW 1)

Seit dem 5. Juni (19:45:29 MEZ) ist der THW-Ortsverband St. Wendel im Besitz eines neuen hochmodernen Gerätekraftwagens (GKW) I von MAN. Vier Helfer nahmen das Einsatzfahrzeug bei der Magirus Brandschutztechnik in Weisweil bei Freiburg entgegen. Der THW-Präsident, Albrecht Broemme, übergab die Schlüssel an die 16 Ortsverbande, die ein solches Fahrzeug erhielten.

Nach der Einsegnung und offiziellen Übergabe ans Saarland (am 4. Juli, zusammen mit einem weiteren GKW für den Ortsverband Saarbrücken) durch den parlamentarischen Staatssekretär, Peter Altmaier, und durch Pfarrerin Pollmann sowie Pastor Konstroffer in der Saarbrücker THW-Unterkunft, konnte am Tag der Offenen Tür (12. Juli) der Schlüssel an die Kraftfahrer übergeben werden. Jetzt ist das neue Fahrzeug mit seiner umfangreichen Ausstattung einsatzbereit. Schon von der Ferne kann man erkennen, dass es sich um ein besonderes Fahrzeug handelt. Der wuchtige Eindruck durch die Höhe von 3 Metern 35 wird noch durch den Blaulichtbalken verstärkt. Dieser wird durch Frontblitzer in LED-Technik und einer blauen Rundumkennleuchte am Heck ergänzt. Auch die technischen Daten des GKW sind beeindruckend. Das MAN Fahrgestell 18-280 TGM 4x4 ist mit einem 280 PS starken Turbodieselmotor ausgestattet und hat einen Hubraum von 6871 ccm. Das Kraftpaket hat ein Eigengewicht von fast einer Tonne, die zulässige gebremste Anhängelast des 18 Tonnen LKW-Fahrgestells beträgt 20 Tonnen. Durch den Allrad-Antrieb und die hohe Bodenfreiheit ist das Fahrzeug extrem geländegängig, was für die Einsatzoptionen des THW enorm wichtig ist. Auch die Umweltfreundlichkeit kommt beim neuen Flaggschiff des THW St. Wendel nicht zu kurz, das Fahrzeug erfüllt natürlich schon jetzt die Abgasnorm Euro 4. Der GKW verfügt über ein teilautomatisiertes Schaltgetriebe mit 12 Gängen. Es bietet die Möglichkeit, das Fahrzeug selber schalten zu lassen. Der Fahrer kann aber jederzeit über einen Lenkstockhebel manuell eingreifen und hoch- oder runterschalten. Möglich ist auch, die Automatik in verschiedenen Modi komplett selbst schalten zu lassen, dadurch wird der Fahrer bei der Einsatzfahrt deutlich von den bei dieser Fahrzeugmasse ständig anstehenden Schaltvorgängen entlastet. Alle Fahrzeugspiegel sind elektrisch beheizt.

Auch die großzügig ausgelegte, luftgefederte GFK-Kabine, die Platz für 9 Personen bietet, kann sich sehen lassen. Sowohl der Fahrer- als auch der Beifahrersitz sind zusätzlich mit einer komfortablen Luftfederung ausgestattet. Unter den beiden hinteren Sitzbänken sind Stauräume für die Bord- und Verkehrssicherungsausstattung eingebaut. LED-Licht im hinteren Teil der Kabine sorgt dafür, dass der Fahrer nicht geblendet wird und die THW-Helfer während der Einsatzfahrt trotzdem z.B. ihre Ausstattung anlegen können. Im Fahrzeugrahmen ist eine fernbedienbare 10 Tonnen Seilwinde der Firma HPC eingebaut. Auf dem abgesetzten Bediengerät der Seilwinde können alle Funktion der Winde gesteuert werden und der Bediener hat über eine Anzeige ständig die Information über die aktuelle Belastung im Blick. Für Einsätze in der Dunkelheit verfügt der GKW zusätzlich zu den netzspannungsabhängigen Flutlichtscheinwerfern über zwei 24V Arbeitsstellenscheinwerfer mit neuester Xenon-Technologie, wobei einer für den Nahbereich und einer für den Fernbereich ausgelegt ist.

Enorm wichtig für das THW ist natürlich der Aluminium-Geräteaufbau. Dieser wurde wie in der Vergangenheit von der Magirus Brandschutztechnik hergestellt und auf die Ausstattung und Gerätschaften des THW zugeschnitten. An den beiden Längsseiten des Kofferaufbaus sind jeweils 3 komplett beleuchtete Gerätefächer, die mit verschiedensten Auszugfächern, Schubladen und Halterungen für die Ausrüstung der 1. Bergungsgruppe ausgestattet sind. Dort finden unter anderem Hebekissen, Atemschutzgeräte, Schere und Spreizer, Scheinwerfer mit Stativen, Netzleitungen und ein Notstromaggregat Platz. Hinter der großen Heckklappe befindet sich eine herausnehmbare Werkbank, und weitere Stauräume für Krankentragen, Schleifkörbe, Rüstholz usw. die man bequem über eine herausklappbare Leiter erreichen kann. Auch das Dach bleibt beim neuen Gerätekraftwagen des THW nicht ungenutzt, neben einem großen Staukasten befinden sich dort noch 4 Steckleiternteile, eine Ausschiebeleiter und ein Reserverad.

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